Aus dem Sterberegister von Pfarrer Rüdiger aus dem Jahre 1706: Johann Jost Schmitt's Hausfrau zu Reiskirchen, ist an einer Brustbeschwerung und Geschwulst im Alter von 53 Jahren gestorben. Dieses Weib "in suspectu ertat incendii Reiskirchensium quod deo notum, noluit autem confiteri", d.h. dieses Weib stand im Verdacht Reiskirchen angezündet zu haben, was Gott bekannt ist. Sie selbst wollte aber nicht gestehen. Bei diesem Brand sind 7 Männer umgekommen, davon 5 von Volpertshausen, Johannes Schäfer von Weidenhausen, der Lehrerssohn, Eberhard Andreas von Niederquembach. 6 davon fanden beim Einsturz des Pfarrhauses den Tod, was eine lateinische Inschrift am jetzigen alten Pfarrhaus mitteilt (orginal übersetzt vom damaligen Pfarrer Biesgen): Das alte Pfarrhaus ist durch ein rasendes Feuer vergangen. Auch 6 Menschen hat das brennende Haus bestattet, Traurige Diege erwähne ich, Pastor Rüdinger, und selbst das ganze Dorf erlitt schwere Verluste.
Gott lies dieses Geschehen zu, aber während der Fürst Johann Ernst es gewährte, wurde dieses Haus gebaut. Er wollte den Elenden zu Hilfe kommen. Von seiner Gunst hängt unser Wohl ab. Pfarrer Ohly, der 50 Jahre später in Reiskirchen Pfarrer war, schreibt ins Kirchenbuch: Es ist dieses Feuer in Johann Jost Schmitt's Stall angegangen und von einer gottlosen Frau, welche man die "Kochhansin" geheißen, angelegt worden. Es wird erzählt, wie der Rauch aus dem Stall gesehen worden und man denselben aufgemacht habe, ist diese gottlose Person in ihren sonntäglichen Kleidern aus dem Stall gelaufen. Das Feuer habe sich hernach, daß es an vielen Orten des Dorfes zugleich gebrennt, und von einer Ecke des Dorfes an die andere gefahren, bis es endlich auch auf den Huafen Mist im Pfarrhof gefallen, und von demselben die Pfarrgebäude angegangen. Es sollen damals über 100 Gebäude eingeäschert worden sein. Aus dieser wahren Begebenheit erzählte man sich von Generation zu Generation diese Sage: So ist aus einer tatsächlichen Begebenheit, im Laufe der Zeit, eine märchenhafte Geschichte geworden. Unser Logo ist aus dieser Sage entstanden. Im Dezember 1998 wurde der Dorfplatz Reiskirchens (Kochhansinplatz) nach ihr benannt. Bei unserem tranditionellen Kirmeszug läuft unsere Kochhansin selbstverständlich mit.
Eines Abends saßen in Thommesse Haus mehrere Männer beisammen und unterhielten sich mit Erzählen und Kartenspielen. Da ging einmal einer vor die Tür, aber schnell kam er wieder zurück und berichtete, daß in der Scheune Feuer sei. Als darauf alle vor die Tür traten, sahen sie, wie die "Kochhansin" (eine böse Hexe) von einem Feuerbrand verfolgt aus dem Eulenloch geflogen kam und den Brand in die nächste Scheune weitertrug, bis sie das ganze Dorf angesteckt hatte. Als sie tot war, haben die Reiskirchener sie außerhalb ihrer Grenze am Stoppelberg begraben. Dort spukt sie heute noch am "Kochhansinbrunnen".